Böllerschützen

Das  Böllerschießen hat große  Tradition in Bayern. Auch die  FSG  trägt mit der  Abteilung  zur  Brauchtumspflege bei. Mit  Handböllern  und  in der  Tracht der Haager Schützen, schießen sie regelmäßig zu Feier- und Festtagen.  

Böllergruppenfoto 2007
Böllergruppenfoto 2007

Die Tradition des Böllerschießens in Bayern

 

Das Böllern selbst hat eine traditionsreiche und teilweise auch durch alte Chroniken belegte Geschichte, die bis in das ausgehende 15. Jahrhundert zurück reicht. Dennoch ist es trotz breiten Nachforschungen bis heute nicht gelungen, das Entstehen dieses Brauchtums schlüssig nachzuweisen.

 

Es ist nachweisbar, dass seit Jahrhunderten im gesamten deutschsprachigem Raum, von Mecklenburg bis Tirol, von Bayern bis Westfalen und bis tief in böhmische Gebiete schon geböllert wurde.

 

Den wenigen Nachweisen zufolge hat sich das Böllern aus  mehreren Gründen entwickelt. So  sollte es zum Einen der Abwehr von bösen Geistern und Dämonen dienen, und gleichzeitig  helfen, das Wetter zu ändern und die Natur zu erwecken. Zum Anderen sollte es die Lebensfreude zum Ausdruck bringen, wenn Taufen, Geburtstage oder Hochzeiten anstanden.

 

Es galt als höchste Ehre, wenn Herrscher und Könige zu Besuch kamen und mit Böllerschüssen empfangen wurden. Auch um rasche und zuverlässige Warnungen zu verbreiten wurde geböllert. So war es noch Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Teilen der Alpenländer üblich, bei Feuer-, Kriegs- und sonstiger Gefahr von den abgelegenen Gehöften der Bergbauern aus durch Böllern auf sich aufmerksam zu machen.

 

Als Böllergeräte kommen in der heuteigen Zeit überwiegend, Standböller, Böllerkanonen sowie Hand- und Schaftböller zum Einsatz.

 

Damit das Böllerschiessen nicht zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt wird, muss jeder Böllerschütze die  notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzen, um Böllerpulver vorschriftsmäßig erwerben, verbringen, aufbewahren, verwenden und vernichten zu können und zu dürfen.  Diese Kenntnisse werden bei Prüfungen vor den zuständigen Gewerbeaufsichtsämtern nachgewiesen.

 

In Bayern gibt es momentan 720 Böllergruppen mit 9850 Böllerschützinnen und -Schützen, die diese schöne und beliebte Tradition betreiben.

 

Hoffen wir, dass das Böllerschiessen auch in Zukunft ein guter Brauch bleibt, der mit ungetrübter Freude ausgeübt werden kann.

 

Böllermeister

Alexander Obermeier

 

Christkindl aufwecken am heiligen Abend
Christkindl aufwecken am heiligen Abend

F.A.Q.

 

Wer darf Böllerschiessen?

Für das Böllerschießen sind einige Anforderungen zu erfüllen um diese  Tradition sicher ausführen zu dürfen. Nötig dafür sind:

Unbedenklichkeitsbescheinigung

Nachweis der Fachkunde

Nachweis des Bedürfnisses

Mindestalter von 21 Jahren.

 

Was ist die  Unbedenklichkeitsbescheinigung?

Diese Bescheinigung  erhält man von der Kreisverwaltungsbehörde.

Sie  bestätigt, dass der Schütze körperlich und geistig geeignet ist, Böller und  Böllerpulver zu verwenden, keine Strafeinträge hat und dass keine offenen Ermittlungen gegen ihn vorliegen.

Alkohol- oder Rauschmittelabhängigkeit und eine Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung oder Partei werden außerdem ausgeschlossen.

 

Was ist mit Nachweis der Fachkunde gemeint?

Die Fachkunde erwirbt der angehende Böllerschütze durch einen Lehrgang in dem er den verantwortungsvollen Umgang  mit Böllerpulver und Böller erlernt hat.

 

Was ist mit Nachweis des Bedürfnisses gemeint?

Der Nachweis des Bedürfnisses ist eine  Bestätigung, dass das Böllerschießen in einem Traditions- oder Kriegerverein zur Brauchtumspflege angewendet wird.

 

Warum erst ab 21. Jahren?

Für den Erwerb und die Verwendung  von Böllerpulver schreibt der Gesetzgeber (SprengG) ein Mindestalter von 21 Jahren vor. In Ausnahmefällen kann dieses auf 18 Jahre reduziert werden.

 

 

Die Haager Böllerkanone beim Kannonentreffen am 31.12.16